Bürohund: So gewöhnst Du Deinen Welpen an den Büroalltag

6. Januar 2017


Noch bevor Du Dir einen Welpen/Hund anschaffst solltest Du Dir gut überlegen, was Du mit ihm machst, wenn Du arbeiten gehst. Am besten wäre es, wenn Du Deine Fellnase mit auf Arbeit nehmen könntest. Gerade für junge Hunde ist dies ideal, da sie nicht über mehrere Stunden alleine Zuhause bleiben müssen. Suche daher schon vorab das Gespräch mit deinem Chef, der Perso und Deinen unmittelbaren Kollegen und hole Dir ihren Segen.
Wichtig ist, dass Du Deinen Welpen nicht gleich mit ins Büro nimmst, sondern ihm etwas Zeit gibst sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Ich habe mir dafür zwei Wochen Urlaub genommen, meiner Meinung nach das absolute Minimum. Nach dieser Eingewöhnungszeit hatte ich zwei Wochen lang halbtags von Zuhause aus gearbeitet. Da konnte er sich schon daran gewöhnen, dass er nicht ständig meine volle Aufmerksamkeit haben kann. Da Loki große Angst vor dem Auto fahren hatte, kam er erst mit ca. 12 Wochen mit ins Büro. Zuerst sind wir nur für eine Stunde vorbei gekommen damit er die Kollegen und die Umgebung kennenlernen konnte. Nach dem ersten Kennenlernen war dann Loki immer häufiger und länger mit im Büro. Rückblickend hat er sich schnell an den Büroalltag gewöhnt und freute sich sogar jeden Morgen richtig, wenn es wieder ins Büro ging.

Büro welpensicher machen


Labrador Welpe Büro
Vorab ist es empfehlenswert das eigene Büro soweit es geht welpensicher zu machen. Auf jeden Fall sollte Dein Schreibtisch günstig gelegen sein. Mein Schreibtisch hatte dafür schon den idealen Platz – durch ein Regal etwas abgeschottet und eher in einer Zimmerecke liegend. Nun gilt es das Verletzungsrisiko zu minimieren. Wie in jedem Büro herrschte auch in meinem absolutes Kabelchaos. Eine Kabelbox und etwas Tape können da schon Abhilfe schaffen. Wichtige Papiere, Arbeitsmaterialien oder Ähnliches, was schnell durch spitze Welpenzähnchen kaputt gehen kann, sollten nicht in Reichweite des Welpen aufbewahrt werden.
Ein Rückzugsort ist ebenfalls sehr wichtig. Damals hatte ich mir ganz schön den Kopf darüber zerbrochen. Schließlich sollte sich der Hund auch im Büro wie zu Hause fühlen aber gleichzeitig nix kaputt machen. Ich habe mich anfangs für eine Metallbox entschieden, die mit einer Decke ausgelegt war und direkt hinter mir an der Ecke zum Regal stand. Zur weiteren Abschottung habe ich noch eine weitere Decke auf den Käfig gelegt. Die Realität war allerdings das Loki die Box kaum genutzt hat. Er wollte eher in meiner direkten Nähe sein und bei meinen Füßen schlafen.  Zudem kann es schnell laut werden, wenn der Hund in dieser spielt und mit seinen Krallen über die Plastikwanne fährt (und das trotz Decke). Als er zu groß für den Käfig wurde, hatte er nur noch eine Decke, was aber auch sehr gut funktioniert hatte.
Rückblickend würde ich es mit einem schönen Körbchen unterm Tisch zu meinen Füßen probieren und den Hund die erste Zeit lang einfach am Tisch anbinden.

Zubehör für den Bürohund

Neben seinem Rückzugsort solltest Du noch an folgende Dinge denken:
  • 2 Näpfe (der Welpe muss anfangs im Büro wahrscheinlich auch gefüttert werden)
  • eine gut verschließbare Futterbox mit seinem Futter
  • Spielzeug
  • eine Leine mit der er anfangs angebunden werden kann
  • Kotbeutel (sollten sowieso immer mit dabei sein)
  • Küchenrolle
  • Anti-Geruchsspray (bei Welpen die noch nicht stubenrein sind)
Nicht nur während Meetings sind Kauartikel zur Beschäftigung, und gerade wenn der Hund zahnt, empfehlenswert. Allerdings solltest Du darauf achten, dass die nicht zu sehr stinken. Straußensehnen vertreiben beispielsweise auch den tolerantesten Kollegen! Besser wäre ein befüllbarer Kong oder ein Seil.

Stubenreinheit u. Auslastung im Büroalltag

Ich hatte große Angst davor, dass Loki mal im Büro einen Unfall haben wird. Glücklicherweise war dies nie der Fall. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich gerade in der ersten Zeit mit ihm regelmäßig kurz raus gegangen bin. Idealerweise lag mein Büro im Erdgeschoss und der Seiteneingang war nur einen Katzensprung entfernt. Geholfen hat auf jeden Fall das Pipp-Logbuch, wo die Klozeiten notiert wurden.
Welpen Loki und Lilly

Damit der Hund sich im Büro möglichst ruhig verhält ist es wichtig, dass er gut ausgelastet ist. Ideal wäre eine große Gassirunde am Morgen, mindestens eine halbe Stunde in der Mittagspause und dann Nachmittags noch mal bzw. Abends. Loki war nach einem Bürotag oftmals fix und fertig, daher fielen die letzten Runden eher kleiner aus. Ideal ist es auch, wenn es noch andere Bürohunde vor Ort gibt. Dann könnt ihr für die Mittagspause oder nach dem Feierabend „Playdates“ verabreden, wo die Hunde miteinander spielen können.
Der Hund will aber nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert werden. Daher solltest Du mit Deinem Hund regelmäßig Suchspiele machen oder ihm Intelligenzspielzeuge, wie einen mit Leckerlis gefüllten Ball, geben.

Schwierigkeiten im Büroalltag

Trotz bester Vorbereitung wirst Du während der Gewöhnung an den Büroalltag auf das eine oder andere „Hindernis“ stoßen. In unserem Fall war es besonders die (wohl) Labradortypische Aufregung, die Loki bis heute hat. Er freut sich immer riesig, wenn er andere Leute oder Hunde trifft. Und dann fängt er vor lauter Aufregung an zu schnappen und/oder Leute anzuspringen. Nicht jeder kann damit umgehen und wir versuchen bis heute dieses Problem in den Griff zu bekommen (viel Impulskontrolle üben hilft schon).
Ebenfalls solltest Du Dich darauf einstellen, dass ein Welpe im Büro nicht nur viel Freude bringt, sondern auch Arbeit. Neben dem Stubenreinheitstraining musst Du immer ein Auge auf ihn haben und ihn auch einmal zurechtweisen, wenn er Unfug anstellt. Das kann Zeit und Nerven kosten. Und gerade die Zeit musst/solltest Du auch nacharbeiten. Schnelle Fortschritte können aber mit dem Training eines Abbruchsignals erreicht werden. Gemeinsame Mittagessen mit Kollegen können auch schwierig sein, besonders wenn es in Lokale geht, wo keine Hunde erlaubt sind. Für solche Tage solltest Du Dir Dein Mittagessen am besten mitbringen, dann kann die Mittagsrunde auch größer ausfallen.
Hast Du die Möglichkeit Deinen Hund mit ins Büro zu nehmen?

Vielen Dank für's Lesen!
Loki & Katarina

4 Kommentare

  1. Liebe Katarina, lieber Loki,

    ich nehme meine Hündin Zoe auch jeden Tag mit ins Büro.
    Bevor klar war das wir einen Hund adoptieren, habe ich erst einmal bei mir im Büro nachgefragt ob es Ok ist das ich sie zukünftig immer mitbringen werde. Hätte es da ein Nein gegeben, hätte ich mir keinen Hund geholt, da ich sie keine 8-9 Stunden alleine zuhause lasse.

    Bei uns sind aber alle total Hundefreundlich und Zoe hat sich auch recht schnell eingelebt. Sie hat ihren festen Platz neben mir, wo sie auch ungestört liegen kann und keinem "Durchgangsverkehr" ausgesetzt ist. Am Anfang als sie noch klein war, bin ich immer eine Stunde früher auf der Arbeit gewesen, um die vielen Pinkelpausen auszugleichen und keinen Unmut unter den Kollegen von wegen "die macht so oft Pause und arbeitet nicht die exakte Stundenanzahl wie wir". Natürlich existieren solche Gedanken nur in meinem Kopf und niemand würde das im Büro sagen, ich habe es aber trotzdem gemacht.

    Mittlerweile reichen zwei Spaziergänge am Tag vollkommen aus, da ich mit Zoe meistens den Großteil des Weges zur Arbeit laufe. So kann sie sich dann den ganzen Tag entspannen während ich arbeite. Nach Feierabend dann ebenfalls ein langer Spaziergang nach Hause.

    Man sollte definitiv nicht vergessen wie anstrengend die erste Zeit mit Hund im Büro sein kann. Man ist eh schon voll konzentriert bei der Arbeit und muss sich noch zusätzlich auf den Hund konzentrieren. Das schlaucht ganz schön und ich bin meistens nach der Arbeit total fertig auf der Couch eingeschlafen. :)

    Ich würde keinen Tag missen wollen an dem Zoe nicht mit mir zusammen auf der Arbeit ist!

    LG
    Sandra

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  2. Hallo Sandra,

    vielen Dank für Deinen tollen Kommentar und entschuldige, dass ich ein bisschen die Freischaltung verpennt habe! Welche Rasse ist den Zoe und wie alt ist sie? :) Ja, es ist ein ganz schöner Balance-Akt alles unter einen Hut zu bekommen. Vor allem, wenn der Hund für längere Zeit krank wird (bei uns waren es Giardien, der Super-Gau!). Gibt es bei euch im Büro weitere Hunde?

    Viele Grüße,
    Loki und Katarina

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  3. Wir hatten 3 Wochen Eingewöhnung zuhause und danach ging es direkt los mit der 40-Stunde-Arbeitswoche. Das war ziemlich doof von uns, du hast ja wahrscheinlich gelesen, wie das nach hinten losging. Das hat uns auf der Arbeit viel Ärger beschert... Im Nachhinein bin ich da schlauer und weiß, dass ich einen Teil des Urlaubs hätte nutzen müssen, um Mia an die Arbeit zu gewöhnen.

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    1. Ja, die schrittweise Gewöhnung wäre auf jeden Fall der bessere Weg. Aber mittlerweile klappt es bei euch ja schon etwas besser :)

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Vielen Dank für Deinen Kommentar!

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