Hilfe, mein Hund hat Giardien! So wirst Du die ansteckende Krankheit los

4. Januar 2017

Welpe Loki Labrador

Als Loki etwa vier Monate alt war bekam er sehr schlimmen Durchfall. Zuerst warteten wir ab und gaben Schonkost (gekochtes Hühnchen mit Möhren und Reis). Doch auch nach ein paar Tagen wurde es nicht besser – im Gegenteil! Als Loki dann auch Zuhause das ein oder andere Malheur passierte stellten wir fest, dass sein Kot eine gelblich-schleimige Konsistenz hatte. Vergleichbar mit Tomatenkernen. Daraufhin sammelten wir über drei Tage Kotproben und ließen sie beim Tierarzt untersuchen. Schnell war klar, dass es Giardien sind. Wer oder was das ist sowie Tipps, wie Du diese Krankheit mit Deinem Vierbeiner bestmöglichst überstehst, liest Du nach dem Klick.

Giardien – ansteckend für Tier und Mensch

Ehrlich gesagt, wir wussten vorher nicht was Giardien sind. Bei diesen handelt es sich um Parasiten, die im Dünndarm leben und zu Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall führen können. Oftmals befindet sich auch Blut im Stuhl. Wie sich ein Hund damit angesteckt hat, kann meist nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Giardien können durch verunreinigtes Futter und Wasser (Pfützen!) oder durch eine Schmierinfektion übertragen werden. Oftmals kann es Tage dauern bis diese Krankheit durchbricht. Manche Tiere sind auch nur Überträger und leiden erst gar nicht unter den Symptomen.
Beim Umgang mit einem erkrankten Tier gilt äußerste Vorsicht. Da sich Giardien nicht nur auf andere Tiere, sondern auch auf Menschen übertragen können, sollte eine besonders gründliche Hygiene eingehalten werden. Dabei solltest Du auf folgendes achten:

  • entsorge den Kot des erkrankten Tieres sorgfältig (was bei Durchfall schwierig aber notwendig ist um eine (Neu)Ansteckung zu vermeiden)
  • wasche nach jedem Kontakt mit Deinem Hund (besonders mit seinen Ausscheidungen) gründlich die Hände
  • säubere die Afterregion Deines Hundes nach jedem Gassigang (feuchte Toilettentücher eignen sich dafür sehr gut)

Überlebenstipps für den Alltag


Dein Hund wird vor und vor allem während der Behandlung sehr oft richtige Durchfall-Attacken haben. Besonders die nächsten fünf Stunden nach der Medikamenteneinnahme. Ein ausreichend großer Vorrat an Kotbeuteln ist da ein Muss! Am besten trägt der Hund durchgehend ein Halsband und Geschirr, so dass Du mit ihm schnellstmöglich zur nächsten Klostelle kannst.
Während der gesamten Behandlungszeit sollte Dein Hund keinen Kontakt zu anderen Menschen oder Hunden haben. Gerade für Loki, der ein besonders kontaktfreudiger Welpen war, war dies besonders schlimm. Am besten hast Du Deinen Hund in dieser Zeit immer an der Leine. Leider gibt es auch Menschen, die Deinen Hund trotzdem streicheln wollen. Bewährt hat sich bei uns der Hinweis, dass der Hund so etwas wie Magen-Darm hat und ansteckend ist. Das verstehen die meisten besser als Giardien.
Da Dein Hund durch den Durchfall viel Flüssigkeit verliert, sollte ihm zu jeder Zeit einen Napf mit frischem Wasser zur Verfügung stehen. Außerdem kann ein eingeschränkter (Schlaf)Bereich, der mit einer abwaschbaren Unterlage ausgelegt ist, gerade bei Unfällen im Haus das Leben erleichtern!

Tiefenreinigung nach der ersten und zweiten Behandlung

Die meldepflichtige Krankheit wird in der Regel mit Tabletten behandelt. Loki hatte diese ein Mal am Tag bekommen und das fünf Tage lang. Schon nach dem dritten Tag sollten wir alles – und ich meine wirklich ALLES – gründlich desinfizieren und säubern. Mit einem herkömmlichen Desinfektionsmittel kommst Du allerdings nicht weit. Lass Dir am besten ein Spezielles vom Tierarzt mitgeben damit Du die Giardienzysten restlos beseitigen kannst. Diese können sich nicht nur am/im Tier, sondern auch in der unmittelbaren Umgebung festsetzen. Giardien lieben feucht-warmes Klima. Daher sollte folgendes bei mindestens 60 Grad gewaschen und/oder desinfiziert werden:
  • alle Näpfe
  • alle Decken und Schlafplätze (Körbchen)
  • alle Spielzeuge
  • Transportboxen
  • das Auto, falls der Hund darin transportiert wurde
  • alle Böden gründlich desinfizieren und wischen
  • Teppiche am besten mit einem Dampfreiniger behandeln
  • die eigene Kleidung waschen
  • Schuhe, die auf Gassirunden verwendet wurden
Was nicht gewaschen oder desinfiziert werden kann, davon solltest Du dich trennen. Sonst kann sich Dein Hund eventuell wieder anstecken. Nach den ersten fünf Tagen muss eine fünftägige Pause eingehalten werden. Nach dieser werden wieder fünf Tage lang die Tabletten gegeben. Anschließend musst Du ein weiteres Mal alles sauber machen und desinfizieren. Das ist zwar sehr aufwendig aber dafür war Loki danach (und bis heute) frei von Giardien.

Medikamentenunverträglichkeit

Zur Bekämpfung der Giardien hatte Loki spezielle Tabletten bekommen. Was wir nicht wussten: Unser Hund hat einen sehr empfindlichen Magen und Darm, weshalb er auf die Medikamente sehr schlecht reagiert hatte. Neben extremen Durchfall-Attacken plagten dem kleinen Kerl nachts heftige Magenkrämpfe. Schlaflose Nächte waren über drei Wochen lang die Regel, was gerade für Berufstätige äußerst strapaziös ist. Selbst Magenschutztabletten, Schmerzmittel und Darmpräparate wie Buscopan zeigten sich wirkungslos. Die zweite Behandlungsrunde mussten wir um einen Tag verkürzen, da er sich zum Schluss zusätzlich ständig erbrechen musste.
Danach mussten wir seinen Darm sanieren und es gab eine Woche lang nur Schonkost und Hühnerbrühe. Anschließend ereilte Loki noch eine Blasenentzündung, was jedoch typisch nach so einer Krankheit sein kann. Der Hund konnte dann von heute auf morgen sein Pippi höchstens eine Stunde halten und auch nicht mehr rechtzeitig anzeigen, dass er muss.
Hast Du schon einmal mit Giardien oder Ähnliches zu kämpfen?

Vielen Dank für's Lesen!
Loki & Katarina

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