Chemische Kastration beim Labrador Rüden: Unsere Erfahrung mit dem Hormonchip (Woche 4-8)

27. September 2017

Titelbild Hormonchip schwarzer Labrador Loki
Vor einem Monat haben wir Dir bereits erzählt, dass Loki dank eines Hormonchips derzeit chemisch kastriert ist. Dabei haben wir hier im Blog und in den Stories unseres Instagram-Kanals dokumentiert, wie sich sein Verhalten in den ersten vier Wochen nach der Einsetzung des Chips geändert hat. Nun sind weitere vier Wochen ins Land gegangen, weshalb es wieder Zeit für ein Update wird!


Wie war Woche 4 bis 8?

Fotocollage Hormonchip Labrador Verhalten draußen

Der Hormonchip scheint anfänglich immer schubweise zu wirken. An guten Tagen ist der Hund draußen überhaupt nicht gestresst, kann sich leichter beherrschen und wir können mit ihm toll im Freien trainieren (vor allem die Leinenführigkeit). Duftstellen sind zwar noch ganz interessant, aber sein Markierverhalten hat deutlich abgenommen. Zum Teil hockt er sich beim Pinkeln hin wie eine Hündin und/oder er pullert sich gleich zu Beginn der Gassirunde komplett aus. Außerdem hat er kein Bedürfnis mehr sein Körbchen zu rammeln und andere Rüden reagieren kaum noch aggressiv auf ihn (bis auf ein Pitbull-Mix, den wir im Park getroffen haben). Offenbar riecht er schon anders. Seine Hoden sind zudem merklich geschrumpft und haben sich in ihrer Größe fast halbiert.

Loki's Leinenfrust ist so viel besser geworden. Herr Labrador orientiert sich prima um, wenn er einen Hund sieht und das Markerwort kommt. Das kann er mittlerweile sogar, wenn ein anderer Hund ihn von der anderen Straßenseite her wie verrückt anbellt, was mich super stolz macht!

Dann gibt es aber an manchen Tagen noch "Rückfälle", wo er ein sehr starkes Bedürfnis hat Spuren bzw. Duftstellen zu verfolgen und zeitweise wieder zurück im Tunnel ist und uns Besitzer ausblendet. Sein Stresslevel steigt dann auch wieder an, genau wie seine Aufgeregtheit. Dann ist es auch etwas schwieriger mit seinem Leinenfrust umzugehen. Außerdem fängt er dann wieder an unglaublich stark an der Leine zuziehen.

Wann wirkt der Hormonchip endlich zuverlässig?

Fotocollage schwarzer Labrador kuschelig

Nachdem wir die ersten vier Wochen fast schon verzweifelt darauf gewartet haben, dass der Chip wirkt, können wir nun mit relativer Sicherheit sagen, dass er es endlich und verlässlich(er) tut. Zumindest seit dem Ende der sechsten/Anfang der siebten Woche. Neben den bereits oben genannten positiven Auffälligkeiten ist der Hund drinnen auch größtenteils ausgeglichener geworden, was auch damit zusammenhängt, dass er mehr schläft. Sein gesteigertes Bedürfnis nach Nähe und Kuscheleinheiten freut auch Herrchen sehr. Was uns allerdings auch aufgefallen ist, ist sein gesteigerter Appetit. Wir wiegen zwar jeden Tag sein Futter ab, jedoch sucht er draußen verstärkt wieder nach essbaren Sachen. Dabei schreckt er auch vor Tierkot und Erbrochenem nicht zurück. Ihm fällt es nun deutlich schwerer sowas nicht mehr aufzunehmen und auf das "Pfui"-Kommando zu hören. Aber ich denke (und hoffe), dass wir das mit gezieltem Training wieder hinbekommen.

Manche Rüden zeigen starkes sexuelles Interesse an Loki


Eine große Änderung, die nun dazugekommen ist, ist das Verhalten anderer Rüden ihm gegenüber. Die meisten verhalten sich ihm gegenüber neutral. Und dann gibt es noch diejenigen, die völlig von ihm angezogen sind. Das haben wir auf einer Morgenrunde vor ein paar Tagen mit einem Basset Hound-Rüden erlebt, der förmlich an Loki's Geschlechtsteil klebte und ihn eindringlich beschnüffelte. Zum Schluss wollte er ihn sogar von hinten besteigen und war kaum von Loki loszukriegen.

Unser Hund war mit der Situation ziemlich überfordert und eingeschüchtert. Er lag auf dem Rücken, die Ohren angelegt und beschwichtigte was das Zeug hielt. Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht eher eingegriffen habe. Aber ich wollte auch erst mal schauen, wie Loki bei so etwas reagiert und ob er sich da auch selber wehrt. Das ist offenbar nicht der Fall, weshalb ich in Zukunft mehr aufpassen und ihn unterstützen werde.

Werden wir Loki richtig kastrieren lassen?

schwarzer Labrador Porträtfoto

Die ersten zwei von voraussichtlich sechs Monaten Wirkungszeit sind jetzt vorbei. Es ist so schön zu sehen, dass er draußen (und drinnen) nicht mehr unter Dauerstress steht. In der Verschlimmerungsphase hatte er sich sogar seinen Penis wundgeleckt, weil dort so viel Flüssigkeit austrat. Das ist jetzt alles wieder abgeheilt. Er kommt nicht mehr zitternd von seinen Gassirunden wieder und scheint (meiner Einbildung nach) auch glücklicher zu sein.

Wir wollen noch ein wenig abwarten, aber sind jetzt schon zu dem Schluss gekommen, dass wir Herrn Labrador höchstwahrscheinlich kastrieren lassen. Je nachdem ob der Chip wirklich die sechs Monate hält, wird es dann wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres soweit sein. Wir bereuen es auf jeden Fall nicht den Hormonchip eingesetzt zu haben. Wir haben jetzt eine bessere Vorstellung davon, wie sich der Hund nach einer richtigen Kastration höchstwahrscheinlich verändern würde.

Falls Dich dieses Thema interessiert und Du (wie ich damals) ebenfalls nach Erfahrungsberichten suchst, können wir Dir diesen Beitrag von frauchensliebling.de nur empfehlen.


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Vielen Dank für's Lesen!
Loki & Katarina

2 Kommentare

  1. Hallo Katarina, ich lese gerne deine Erfahrungen mit Loki und es hat mir so manches mal sehr geholfen ��
    Wir haben einen schwarzen Labbi, er wird am 28.10 5 Monate alt.
    Über den Hormon Cip habe ich einiges gelesen, denn es wird auch auf uns zukommen. Deine Erfahrung betstätigt das, was ich mir schon gedacht habe. Bin gespannt, wie es weiter geht.
    LG aus Flensburg

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    1. Hi!

      Vielen Dank für deinen Kommentar und es freut mich riesig, wenn ich dir mit unseren Erfahrungsberichten weiterhelfen kann :) Genieß die Zeit mit deinem Kleinen, sie werden so schnell groß :)

      Viele Grüße
      Katarina

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Vielen Dank für Deinen Kommentar!

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